Ein Floß aus Granit zwischen zwei Meeren. Sardinien – das unbekannte Italien
Volkshochschule Hildesheim
Riedelsaal
Pfaffenstieg 4-5
Hildesheim
Ein Floß aus Granit zwischen zwei Meeren. Sardinien – das unbekannte Italien
von Dr. Almut Mey, Berlin
Auf Sardinien steckt der Massentourismus immer noch in den Anfängen und vieles auf der Insel ist noch urtümlich. Seit über 7.000 Jahren gibt es dort Schafe, deshalb wird das Landschaftsbild von der Macchia beherrscht. Schafe sind auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, denn sie liefern z.B. den bekannten Pecorino-Käse.
Das Einzigartige an Sardinien jedoch sind die Nuraghen, die sich nirgendwo sonst in den Mittelmeerländern finden. Vor etwa 3.500 Jahren eroberte ein Kriegervolk aus dem Nahen Osten das steinzeitliche Sardinien und brachte Waffen und Werkzeuge aus Bronze mit. Es schuf Wehrdörfer und Burgen über die ganze Insel verteilt. Die Kultstätte der Nuraghen-Kultur war das Brunnenheiligtum. An die 7.000 Ruinen findet man noch, wo Archäologen graben, um Aufschluss über das Leben in jener Zeit zu erhalten.
Interessant ist die schöne Stadt Alghero im Norden mit ihrer 400-jährigen spanischen Vergangenheit. In der Hauptstadt Cagliari wiederum findet man im Nationalmuseum die filigranen Figürchen, die in den Nuraghen gefunden wurden. Traditionen werden hochgehalten, und mit großer Selbstverständlichkeit werden überall die lokalen Bräuche gepflegt.